Freitag, 14. März 2008
Erschleicherinnenjagd
Ein Science- Fiction von Nike Herrberg. Spielt im Zeitalter der Neo- Feministischen Diktatur. Das Leben auf der Erde ist nicht besser geworden.

Erschleicherinnenjagd
*
Als neulich in der Hängematte eine Kakerlake über mich hinweg krabbelte, ist Er mir eingefallen. Mit dem ich auf Kammerjagd war. Jetzt gleiche ich selbst einem Insekt, mit meinen schwarzen, verhornten Füßen.
Ich war beim DASAMT© gewesen- die Männerquote war gerade abgeschafft worden, und wir Frauen teilten uns in die üblichen Lager: Sie jenseits des Tresens, Wir, Working Poor diesseits.
Während der ersten fünf Zeiteinheiten in Wartehalle C habe ich einen e- Infobrief eines ILLEGALEN© Lappenforums auf meinem Screen gelesen, bei welchem ich Mitvagina war. Dort wurde von den Direkten Aktionen der Multitude berichtet, derer ich mich zurechnete.
Da mir, wie immer, Konsumbelege für die letzte Bedarfsberechnung fehlten, unterbrach ich meine Lektüre, um meine Fingernägel maniküren zu lassen, von einer der 15 Cent Jobberinnen, die sich dazu anboten. Kaum hatte ich den Beleg erhalten, erreichten mich die Fallbetreuerinnen, Replikantinnen, die sich den Weg durch uns Kundinnen knüppelten, umgeben vom Chloroformgestank ihrer Zellstofftücher. Auf ihren DASAMT©- Screens gab frau die Themen für die erzwungene Mind- Map vor:
1.Konsum. Why not.*
2.Mitwirkungspflicht. Freude an der Kooperation.*
3.Flexibel Stillhalten. Vorteile eines trendigen Lebensgefühls.
Ich wählte wie immer Nummer eins, Konsum, Why Not, und wurde daraufhin wie immer zu Nummer drei, Flexibel Stillhalten, Vorteile eines trendigen Lebensgefühls, verdonnert. Da ich möglichst schnell raus wollte aus der Warteschleife und möglichst DASAMT© mit einem Berechtigungsschein zur Teilnahme am NORMALEN© LEBEN© verlassen wollte, kooperierte ich.
Außerdem war mir die kleine Rente eingefallen, das Kind, welches bei mir lebte. Es gehörte zu meiner Bedarfsgemeinschaft, war damals sieben und benötigte meine Aufsicht und Fürsorge. Nach der letzten DASAMT©- Maßnahme war ich nur zu einem POWER© Napping in unserer Etage gewesen.
Die Fallbetreuerinnen- Replikantinnen empfahlen mir eine Einheit Instant- Breathing zum Aufbau meiner Kapazitäten und besseren Verwertbarkeit meines Humankapitals, was mir einen weiteren Konsumbeleg einer 15 Cent Jobberin einbrachte, die in der Halle herumschwirrten.**
Die siebte Zeiteinheit begann, als ich die Lappin bemerkte, welche durch die Eingangsschleuse trat.
Sie war ganz alte Schule: Sie hatte Haare, ließ sich in meiner Nähe nieder und dann bemerkte ich zu Beginn der achten Zeiteinheit am Nahrungsmittelsgeruch, dass sie einen Solarkocher mitgebracht hatte, auf welchem sie eine Gemüse- Konserve kochte. Sie bemerkte meinen Blick und lud mich ein, mit mit ihr etwas davon zu mir zu nehmen. Kurz: eine echte Lappin. Ich wußte zwar, dass es mir keinen Konsum- Beleg einbrachte, nahm aber an. Wir redeten, indem wir Pro und Kontra verschiedener Sachverhalte abwogen und sie, die Lappin, hatte Standpunkte, so urig wie ihr Konservengemüse: Gender rechtfertige keine Politik, Zwecke heiligten keine Mittel etc. Mein Screen zeigte mir inzwischen 50 Grad Celsius in Halle C an. Ich kauerte mit den Anderen auf dem Boden, welcher nicht mehr zu sehen war. Einzig die knüppelnden Fallbetreuerinnen- Replikantinnen hielten sich aufrecht. Das Wasser war abgestellt worden, und mein Vorrat war nur für fünf Zeiteinheiten bemessen gewesen- was soll ich sagen: Die Lappin teilte ihren Becher Wasser mit mir. Sie nannte sich Moutonie und wir tauschten Srceen- Nummern aus.**
Fresh suchte ich eine der Platzhalterinnen, aber natürlich war keine jener 10 Cent Jobberinnen frei. Ich dachte an die kleine Rente und bin mit einem Nicken Richtung Moutonie aufgestanden, kroch, stieg, stolperte an der Reihe Working Poor entlang, die sich ihrerseits die Zeit vertrieben, am Screen zockend, ins Leere starrend, mit den verschiedenen Maßnahmenjobberinnen beschäftigt. Regenerationspositionen und Drogen waren verboten, bei Zuwiderhandlung wurde man gesperrt. Einige ohrfeigten sich gegenseitig, auch dafür gab es 15 Cent Jobberinnen. Die Abhängigen ließen sich in Zwangsjacken stecken, die sie begeiferten. Fast vorne am Tresen hatte eine Frau in der Warteschleife ein Kind geboren, eine Fallbetreuerin- Replikantin tätowierte dem Säugling gerade seine ID auf die Unterseite des Handgelenks, als ich dort plötzlich auf der großen Menge roter Körperflüssigkeit ausrutschte, und sogar Platz hatte hinzufallen, da an der Stelle niemand am Boden kauerte. In jenem Moment schnarrte sie: „Vorrang. Neugründungen von Bedarfsgemeinschaften bevorzugt behandelt. Unverzüglich.“ **
Unbehelligt und voll des klebrigen Saftes langte ich vorne am Tresen an, da sah ich, dass dort einer der wenigen Männer stand- sein Äußeres verriet ihn als Konsumverweigerin, ein typischer Working Poor also. Er starrte unverwand auf die Figur hinter dem Tresen, reflexartig knickte sein linkes Bein ein und zuckte seine Hand in Richtung seines zerschlissenen Rückentresors, sobald sie die Schilderung eines Barbiekjus, welche sie in ein Headset flötete unterbrach und/oder aufsah, über uns hinweg. Er brach gerade irr grinsend zum wer weiß wievielten Male hinter der Diskretionslinie hervor, als ich ihn erreichte, und erntete ein geschnarrtes „Ein Momentele noch, gell?“ von ihr. Er befand sich offenbar in einem leidenden Zustand, irgendwas mit der Psyche. Ich stellte mich neben das zuckende Bündel, welches seine fiebrig glänzenden Augen in meine bohrte, dass mir ganz anders wurde, da packte ich seine heiße, schlaffe Hand, hob sie über unsere Köpfe und rief: „Hallo, wir wollen eine Bedarfsgemeinschaft gründen!“ Was sofort Wirkung tat: „Wart mal, hier will jemand a Bedarsgemeinschaft gründe, I ruf Di gleich zrück. Ja, a Bedarfsgemeinschaft! Erzähls dir dann, ja! Ada! Jo!...Na....Ada den mol, ge? Ada! Jo...also! Ja, genau! Ada!“... kam es von der Tresentante. Er fing an, auf seinen Rückentresor zu sabbern. Ich zerrte ihn zum Tresen und stellte seinen Rückentresor dort außer Sabberweite. Er fixierte mich mit irrem Blick und schluckte endlich. „Nummer!“ Die Tresentante sah mich plus ihn an- ihn etwas länger. „Bedarfsgemeinschaft neu, Antrag hiermit“ antwortete ich, wie frau es mich in der neofeministischen Diktatur gelehrt hatte. „Diese Ansage wurde maschinell erstellt und ist daher nicht unterschrieben,“ setzte ich noch hinzu, falls das Bündel sich verplapperte.**
Als er seinen Unterarm frei gemacht und auf den DASAMT© Scanner gelegt hatte, konnte ich kurz seine ID auf dem Bildschirm sehen. Es war ein verschlüsseltes GEFÄHRLICH© Symbol, wo ich mindestens ein KRANK© vermutet hätte. Außerdem las ich, dass er einmal täglich masturbierte und eine embryonale Regenarationsposition auf der linken Körperhälfte bevorzugte. Mehr konnte ich nicht lesen. Ich wurde gescannt, während er bei der Konsum- und Speichelprobe war. Mit meiner gefälschten ID, die ich mir selbst auf den Unterarm tätowiert hatte, passierte ich den Tresen.
„Konsumiert?“
„Ja.“
„Belege?“
„reiche nach...“. Mein Blick war auf ihn gefallen war, wie er aus seiner Bückhaltung bei der ANALyse zu mir grinste, dass es ILLEGAL aussah. Als ich dran war, baute er sich hinter mir und der DASAMT©Särztin auf, und sagte“ Hübscher Arsch“- mir wurde heiß, aber nicht wegen der Temperatur. Die Ärztin verzog keine Miene und wies uns die Richtung zu unserer Fallmanagerin.
***
Die Fallmanagerin
Was soll ich sagen: Es waren nicht nur Berechtigungsscheine zur Teilnahme am NORMALEN© LEBEN© drin, wir wurden sogar in die begehrte Kammerjagdmaßnahme vermittelt. Er kooperierte ebenso gut, wie er sabberte und irr aus seiner Dreckwäsche guckte. Unsere Fallmanagerin war eine Lack- und Latextante im Ganzkörperkostüm, mit Stiefeln, deren Pfennigabsätze mit Rasierklingen bestückt waren. Die Absätze hinterließen Schnittspuren im Linoleum unter ihrem Aluminiumpult. Wo sie sich selbst zu nahe gekommen war, klafften Risse im Latex, durch die Haut und Körperflüssigkeit schimmerten. Breitbeinig saß sie auf ihrem Ladystuhl, der leise vor sich hin vibrierte, dessen Dildo sie offenbar tief eingeführt hatte. Als ich gerade korrekt losreden wollte, stürzte er zu Boden, robbte an die Dominatante heran, umklammerte ihre Knie und leckte die rote Körperflüssigkeit aus den Latexrissen.
„Meisterin, Meisterin!“ keuchte er und leckte und schleckte, wobei er ihre Rasierklingenabsätze genau im Auge behielt, was ich meinerseits beobachtete. An die grüne Wand ihrer Etagenzelle gelehnt, beantwortete ich ihre Mitwirkungsfragen, während er vor ihr kauerte. Ich war nicht gesammelt, weil mir die kleine Rente wieder eingefallen war, während er mir zunehmend auf die Nerven ging, irgendwas mit der Psyche.**
„Du hast mich zum Mann gemacht“ winselte er gerade, als mir der Kragen platzte. Ich riss ihn am Ohr nach oben und sagte: „Das reicht. Wir müssen gehen.“, einen Satz aus längst vergessener Zeit. Er grinste mich mit verschmiertem Mund an, und sabbert durch seine Zahnstummel: „Unsere Meisterin meint es gut mit uns! Praise the Meisterin! Get on your knees an pray!“
„Nix da, du Depp, wir gehen, ich gehe jedenfalls und du kommst mit,“ befahl ich ihm. „Er mag es, wenn man ihn hart anfasst?“ kam es da zärtlich von der Domina. Gierig sah sie mich an: „Und du Schlampe, willst Du in den Konsumtempel und gesperrt werden, oder gehst du lieber auf die Knie und wir sehen, was sich machen lässt?“ Sie schubste ihn von sich weg, knipste die Überwachungskameras aus und schlitzte diskret mit ihren Absätzen meine Chucks an der Achillesferse auf. „Ich erinnere an die Mitwirkungspflicht“, fügte sie hinzu.**
Kurz und gut, die kleine Rente hat nach den 15 Zeiteinheiten das Angebot eines netten Onkels aus dem Internetportal angenommen, der ihr für ein wenig Nettsein eine Pizza vorbeigebracht hat.
Ich plus er badeten derweil in Körpersäften mit der Domina. Nach Vollzug verließen wir sie mit der begehrten Schulung zu Kammerjagd in der Tasche. In der Ausgangsschleuse sagte er: “Zähe Tante, was? An die Sorte gewöhne ich mich nie.“ Beim Auscheck sah ich meine neue Nummer, die ich jetzt mit einem Irren gemein hatte: 617 D0 52268. In getarnter Rede kamen wir überein, uns in meine Etage zu bewegen, falls frau uns kontrollierte.
***
In verschiedenen Modulen lernten ich plus er mit den DASAMT© Staffeln überrumpeln, giftspritzen, aufräumen.
Sie bauten während der ersten drei Jahre Praktikum auf die einfache Art der Schädlingsbekämpfung, den Kakerlaken und anderem Ungeziefer auf, um uns bis hin zur ErschleicherInnen- Jagd zu schulen.
So oder so fanden wir bei der Kammerjagd Schauplätze überstürzt verlassener Etagen vor. In die Erschleicherinnenetagen, wo ein bis zwei IDS gemeldet waren, kam die DASAMT©- Staffel zwar unangemeldet, ich plus er schickten jedoch über ILLEGALE© Screen Warnungen voraus. Diese Etagen rochen nach Vielen, die offenbar alle gleichzeitig die Flucht ergriffen hatten. Oft wurden sie außen, an die Freigitter der Etagen gekrallt, erfasst.**
Wir gaben so bald wie möglich ILLEGALE© Workshops für die Multitude, vor allem die Lappen waren scharf darauf. Dank Moutonie fanden sie in den Tiefgaragen der Lappen statt, die sich außerhalb des Netzes befanden. Der Irre nahm dafür Konsum- Belege, ich GMO- freies Gemüse.
Allzu häufig entpuppten sich die in den Etagen jedoch als unsere ILLEGALEN© Kursteilnehmer- so oft, dass ich plus er an der Qualität unserer Methoden zweifelten. „Platt was? An soviel Blödheit gewöhne ich mich nie!“, sagte er dann. Irgendwann bekamen ich plus er die Nachricht, es sei anzunehmen, dass ErschleicherInnen gewarnt worden seien, mit dem Hinweis auf die Beweispflicht des Gegenteils auf der Seite von mir plus ihm.
Zeitgleich flog unser Kurs auf, weil eine der Kursteilnehmerinnen ihr Handgerät angelassen hatte, außerhalb des Netzes geortet wurde und uns die Bullen bescherte, die mit dem üblichen Brimborium, Fluggeräten, Gas und Psychoterror, stürmten. Damals wären ich plus er fast schon gesperrt worden. Ein weiterer Besuch bei der Fallmanagerin, diesmal im Outdoor- Queen- Outfit, mit Teva- Sandalen, in denen Rasierklingen steckten, und einer violetten Fleecejacke, welche inwendig mit Bruststimulatoren versehen war, wie sich herausstellte, als ich plus er der Mitwirkungspflicht nachkamen, regelte die Angelegenheit, indem sie meinen plus seinen Aktenverweis löschte.
***
Außerdem kündigte der Job- Center an, ich plus er seien während der folgenden Einheiten nur noch im Bereich der Kammerjagd zu vermitteln. Frau stattete mich plus ihn mit DASAMT® Overalls aus, in der Farbe Telekom, die einst Magenta- Rot hieß. Das Szenario des FLEXIBLEN Umzugs, die DASAMT® Maßnahmen und der Konsumzwang waren idealer Nährboden für Ungeziefer- Plagen, da den Working- Poor keine Zeiteinheiten zur Verfügung standen, ihre Etagen zu reinigen. Und kamen dann die Etagenpflegerinnen, jene 30 Cent- Jobberinnen, in die Cityteile der Habenden, um deren Etagen zu reinigen, führten sie häufig Kakerlaken mit sich, die sich in irgendeiner Ritze der Kleidung versteckt hatten. So breitete sich die Plage aus, ich plus er waren häufig im Einsatz, und operierten vor Ort in absoluter Einsamkeit.
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Die Einsätze
Meist waren selbst die Überwachungsmelder von den Insekten zerstört worden, weshalb ich plus er, dann wieder sabbernd, die verlassenen Etagen für unangemeldeten, ILLEGALEN SEX nutzten. Offiziell sah der Einsatz jedoch folgendermaßen aus:
Zu Beginn über die Screen eine Nachricht von, je nach dem- in Notunterkünfte evakuierte Etagenbewohnerinnen in gehetztem Zustand, irgendwas mit der Psyche, und Informationen: ID, Etagencode, Art der Schädlinge, Schutzbunkerzugang, Zahlungsweise. Die Etage suchten ich plus er mit Rückentresoren voller Gift auf, unauffällig über dem DASAMT- Overall getragen. Über die Schulter hing eine Leine, die, wenn frau daran zog, Fontänen von Kakerlakenvernichtungsgift freisetzten. Hinter den verschlossenen Etagenschleusen war meist bereits Rascheln, Schaben und Knarren zu hören, welches sich ungestört fortsetzte, jedoch sofort verstummte, wenn er sich am Etagenpinpad zu schaffen machte. Allen Working-Poor, die kein konsumiertes, sondern rationiertes Wasser zu sich nahmen, machte die Nebenwirkung des Immer- Effizient- Serums zu schaffen, welches DASAMT in die Wasser- Versorgung schleuste: das Vergessen. Er realisierte oft in diesen Momenten, dass er die Schutzmasken vergessen hatte. Bis zum nächsten ID- Check musste die Etage jedoch gesäubert sein, sonst gingen alle Zahlungsmittel direkt an den Job- Center, also kehrte frau nicht um, sie zu holen. Ich plus er nahmen damit Vergiftungen und Kakerlaken im Kragen in Kauf, wenn die Etage routiniert gestürmt wurde: Ich voran, den rechten Arm an der Auslöserstrippe, den linken schützend erhoben. Bemerkte ich die ersten Kakerlaken im Nacken, gab ich ihm ein Zeichen und zog ab. **
Das Gift brannte auf dem Körper und frau erkannte das Massensterben sich windender Schaben nur durch Augendrüsensekret, welches durch die Reizung freigesetzt wurde. Dies war mein schwieriger Moment: Meist zog und zog ich an der Leine, wo doch das Gift limitiert war, in entsetztem und panischen Zustand, irgendwas mit der Psyche. Das Kratzen und Kribbeln einer Vielzahl von Kakerlaken auf Brust und Bauch, wo sie irgendwann von oben durch meinen DASAMT Overall hin rutschten, machten mir mehr zu schaffen als ihm, der in solchen Momenten schon mal so etwas sagte wie: „Schicke Bude, was? An so viel Dekadenz gewöhne ich mich nie!“ Dem Abwärtstrend der Kakerlaken in meinem Overall war indes keine Grenzen gesetzt, und es kamen immer neue nach. So spürte ich sie, während ich hin taumelte wo ich die Nahrungsnische vermutete, schon unterhalb, bei meinen Reproduktionsorganen. In der Nahrungsnische befand sich meist, auf Grund von Temperatur und Nahrungsresten, die Brutstätte der Kakerlaken. Hier krabbelten sie aus den von Bewohnerinnen stehen gelassenen Utensilien, fielen rücklings auf die Einrichtungen, oder schaukelten in den Leuchtmitteln, fielen mit einem Geräusch wie von Geomagmagnetbällen auf den Boden, wo sie schwerfällig mit den Beinen strampelten. Ich plus er ignorierten das Gewimmel sowohl innerhalb als auch außerhalb der Overalls und spritzten breitbeinig und blind Gift dorthin, wo wir die Brutstätte vermuteten, so lange, bis sich nichts mehr regte. Dann räumten ich plus er die toten Kakerlaken auf.
***
Ende
Einmal wollte er plötzlich nicht mehr von seiner Matte aufstehen, um zur Fallmanagerin zu gehen. Die hatte bei meinem letzten Besuch im Konsumverweigerinnenlook, mit zerschlissener Bundhose und in nackte Fersen implantierten Rasierklingen, um seinen Besuch gebettelt. Blieb einfach liegen, und so wurden ich plus er schließlich gesperrt. Da er nie wieder aufstand, nahm ihn irgendwann die DASAMT- Staffel, samt der Matte, auf der er lag, mit.
Kurz darauf fing ich an, mich in der Hängematte einzurichten. Die kleine Rente geht ihrer Mitwirkungspflicht im DASAMT weiter nach, und daher hat sie mir erzählt, neulich bei der DAS AMTlichen Exekution wertloser Mitvaginas der Gesellschaft habe Einer gesagt:
„Scheiße oder? An soviel Brutalität gewöhne ich mich nie!“. Da ist er mir wieder eingefallen.

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